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Fachartikel > Preisverhandlung

Wie Sie PreisgesprĂ€che von Anfang an souverĂ€n fĂŒhren


Die entscheidende VerĂ€nderung im Verkaufsalltag: PreisgesprĂ€che beginnen oft schon, bevor ĂŒberhaupt ĂŒber Inhalte gesprochen wurde. Viele Kunden wollen heute „mal eben“ einen Preis hören, um eine grobe Orientierung zu haben – manchmal schon im Erstkontakt. VerkĂ€ufer, die sich darauf einlassen, geraten leicht in ErklĂ€rungsnot oder wirken unsicher. SouverĂ€nitĂ€t bedeutet deshalb vor allem eines: den Preis aktiv einzufĂŒhren, statt sich treiben zu lassen. Ein kleiner Satz macht oft den Unterschied: „Ich kann Ihnen gern einen Preis nennen. Damit er fĂŒr Sie sinnvoll ist, muss ich zuerst zwei Fragen klĂ€ren 
“ Dieser Ansatz nimmt Druck aus der Situation. Der VerkĂ€ufer bestimmt die Spielregeln und stellt sicher, dass der Kunde versteht, wofĂŒr er zahlen soll.

Vorbereitung statt Reaktion

Viele Verhandler gehen in PreisgesprĂ€che ohne klare Strategie. Sie kennen zwar den Listenpreis, aber nicht die entscheidenden Punkte dahinter: Was darf ich abgeben? Was nicht? Wo liegt unsere unterste Grenze? Welche Argumente passen zu welchem Kundentyp? Eine durchdachte Vorbereitung fĂŒhrt dazu, dass der VerkĂ€ufer im GesprĂ€ch nicht im Kopf rechnen muss oder spontan ZugestĂ€ndnisse macht. Er hat Zahlen, Nutzenargumente und Vergleiche griffbereit. Und er weiß, welche Preisposition er erreichen will. VerkĂ€ufer, die sich gedanklich auf PreisgesprĂ€che vorbereiten, treten sichtbar ruhiger auf. Kunden spĂŒren das.

Vom Preis zur Wirkung

Je konkreter der Nutzen formuliert ist, desto weniger Raum bekommt der reine Preisvergleich. Wenn ein Maschinenbauer sagen kann, dass der Kunde durch die Lösung im nĂ€chsten Jahr 90 Stunden RĂŒstzeit spart, wirkt ein Preis von 12.000 Euro völlig anders, als wenn er nur sagt: „Das Paket kostet 12.000 Euro.“ Ein guter Satz fĂŒr jede Preisverhandlung lautet daher: „Lassen Sie uns den Preis nicht isoliert betrachten, sondern im Zusammenhang mit dem Ergebnis, das Sie erreichen wollen.“

Preiswiderstand ist oft nur ein Test

EinkĂ€ufer sind Profis darin, den Preis zu hinterfragen. Viele VerkĂ€ufer reagieren darauf mit Rechtfertigung. Das wirkt unsicher. Deutlich souverĂ€ner ist es, den Einwand fast beilĂ€ufig anzunehmen und dann weiterzufĂŒhren. Wenn ein Kunde sagt: „Das ist aber teuer“, wirkt eine nĂŒchterne Antwort stĂ€rker als eine lange ErklĂ€rung: „Das verstehe ich. Lassen Sie uns kurz prĂŒfen, ob der Preis im VerhĂ€ltnis zu dem Ergebnis steht, das Sie erreichen wollen.“ Das GesprĂ€ch bleibt offen, ohne defensive Haltung. Viele Preisproteste sind reine Routine. Kunden testen, ob der Preis plötzlich wackelt. Je klarer ein VerkĂ€ufer bleibt, desto schneller verschwindet der Widerstand.

Meine Anregung heute deshalb:
Wenn ein Kunde den Preis infrage stellt, reagieren viele VerkĂ€ufer mit neuen Argumenten oder einem Rabattangebot. Drehen Sie das Muster einmal um und stellen Sie eine unerwartete Frage wie: „Angenommen, Sie entscheiden sich fĂŒr uns – worin sehen Sie persönlich den grĂ¶ĂŸten Nutzen dieser Lösung?“ In dem Moment beginnt der Kunde, den Wert selbst auszusprechen. Das hat zwei Effekte: Erstens stĂ€rkt es die Überzeugungskraft seiner eigenen Worte mehr als jede externe Argumentation. Zweitens verschiebt sich das GesprĂ€ch weg vom Preis und hin zum Nutzen.

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