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Fachartikel > Zu viele Tools, zu wenig Abschluss

Revolutioniert und ausgebremst


Der digitale Fortschritt hat den Vertrieb revolutioniert – und gleichzei-tig ausgebremst. Was einst als ProduktivitĂ€ts-Booster gedacht war, kann heute zum Stolperstein werden: zu viele Tools, zu viele Plattformen, zu viele Klicks. Was helfen sollte, den Verkauf schneller zu machen, erzeugt oft das Gegenteil.

Laut aktuellen Studien verbringen Vertriebsteams nur rund 28 Prozent ihrer Zeit mit dem eigentlichen Verkaufen. Der Rest geht fĂŒr Meetings, Dateneingabe, Systempflege und Tool-Wechsel drauf. Das ist mehr als ein organisatorisches Problem – es ist ein strategischer Nachteil.

Was kann hier helfen?

Digitale Hygiene! Also das bewusste Ausmisten, Reduzieren, Vereinheitlichen. Die Frage lautet nicht: „Welches neue Tool brauchen wir noch?“ – sondern: „Welches Tool können wir abschaffen, ohne dass es jemand merkt?“ Genau darin liegt die Kraft. Denn jedes ĂŒberflĂŒssige Tool weniger bedeutet: weniger Ablenkung, weniger Fehlerquellen, weniger Onboarding-Zeit fĂŒr neue Mitarbeiter – und mehr Konzentration auf das, was zĂ€hlt.

Was hinzukommt: Digitale Überlastung wirkt nicht nur auf der Prozessebene, sondern auch psychologisch. Wenn VerkĂ€ufer jeden Tag mit fĂŒnf Systemen arbeiten mĂŒssen, von denen sie eins nicht verstehen und zwei nur ungern nutzen, entsteht ein GefĂŒhl von Kontrollverlust. Motivation leidet. Eigenverantwortung weicht PassivitĂ€t. Und am Ende gehen Verkaufschancen nicht aus mangelndem Können verloren – sondern aus Überforderung.

Digitales EntrĂŒmpeln ist kein RĂŒckschritt – es ist eine notwendige Modernisierung.

Meine Anregung heute deshalb:
Machen Sie mit Ihrem Team ein Experiment: Arbeiten Sie einen ganzen Tag lang nur mit den absolut not-wendigsten Tools – z. B. nur mit dem CRM und Ihrem E-Mail-Programm. Keine Nebenplattformen, keine Ex-tra-Dashboards, keine Analyse-Tools. Diese „Tool-DiĂ€t“ bringt ans Licht, was wirklich gebraucht wird – und was im Alltag nur ablenkt. HĂ€ufig zeigt sich: Viele Informationen oder Klickwege, die als „unverzichtbar“ galten, werden gar nicht vermisst.

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